Alzheimer-Risiko bei hohen Leptin-Werten geringer
Dezember 16, 2009 von Olaf Wulf
Abgelegt unter Ernährung, Gesundheit, Medizin
Wissenschaftler hoffen auf neue Behandlungsmöglichkeiten
Boston (pte/16.12.2009/10:00) – Hohe Werte eines Hormons, das den Appetit kontrolliert, scheinen mit einem verringerten Alzheimer-Risiko in Zusammenhang zu stehen. Zu diesem Ergebnis ist eine Untersuchung des Boston University Medical Center http://www.bmc.org gekommen. Eine zwölf Jahre laufende Studie mit 200 Freiwilligen ergab, dass jene Teilnehmer mit den niedrigsten Leptin-Werten eher an Alzheimer erkrankten als jene mit den höchsten.
Die aktuelle Studie baut auf Untersuchungen auf, die niedrige Leptin-Werte mit den Plaquen in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten in Verbindung gebracht haben. Die Wissenschaftler hoffen, dass Leptin eines Tages als Marker und für die Behandlung der Krankheit eingesetzt werden kann, heißt es bei der BBC. Details der Untersuchung wurden im Fachmagazin JAMA http://jama.ama-assn.org veröffentlicht.
Hormon verringert Appetit
Das Hormon Leptin wird von Fettzellen produziert und informiert den Körper, wenn er satt ist. So verringert es den Appetit. Leptin wurde lange als Möglichkeit zur Behandlung von Fettsucht angesehen. Es gibt jedoch immer mehr Hinweise, dass das Hormon auch positive Auswirkungen auf die Gehirnfunktion hat. Tests mit Mäusen zeigten, dass jene, die Leptin in hohen Dosierungen erhielten, ihren Weg durch ein Labyrinth viel leichter fanden. Die Tests wurden durchgeführt, um herauszufinden, warum fettsüchtige Diabetiker oft auch Probleme mit dem Langzeit-Gedächtnis haben.
Neue Möglichkeiten für Behandlung und Prävention
Für die aktuelle Studie wurden bei den 198 älteren Teilnehmern zwölf Jahre lang regelmäßig Gehirnscans durchgeführt. Ein Viertel jener mit den niedrigsten Leptin-Werten erkrankten an Alzheimer. Bei jenen mit den höchsten Werten waren es nur sechs Prozent. Werden diese Forschungsergebnisse bestätigt, könnten die Leptin-Werte bei älteren Menschen als Biomarker für eine gesunde Alterung des Gehirns dienen. Denkbar wäre auch, dass sich neue Möglichkeiten für Prävention und Behandlung ergeben.
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