Zimt – himmlisches Wintergewürz
November 24, 2009 von Olaf Wulf
Abgelegt unter Ernährung, Gesundheit
Zimt gehört zu den ältesten Gewürzen, die wir kennen. Schon vor über 2500 Jahren benutzten die Griechen Zimt, den sie arabischen Händlern abkauften. Heute verwendet man Zimt vor allem, um Süßspeisen zu würzen.
Auch als Heilmittel wird das Gewürz aus dem Ceylonbaum eingesetzt: Es soll eine blutzuckersenkende Wirkung haben sowie bei Blähungen oder Völlegefühl helfen. Das ätherische Öl der Zimtrinde hemmt das Bakterienwachstum und regt den Appetit an.
Cumarin – schadet Zimt der Gesundheit?
In den letzten Jahren ist Zimt allerdings in Verruf geraten, da er schädliches Cumarin enthält, das die Leber belasten, Kopfschmerzen verursachen und in sehr hohen Dosen sogar Krebs verursachen kann.
Als Foodwatch 2006 Weihnachtsgebäck testete, enthielt knapp die Hälfte der Produkte mehr Cumarin als erlaubt. Daraufhin wurde der Grenzwert gesenkt, aber auch bei einem Frühstücksflocken-Test 2007 entdeckte Foodwatch Produkte mit überhöhten Werten. Bei Nachtests 2008 waren alle Zimtsterne, Müslis und Co. unter den Höchstwerten.
Cassia-Zimt oder Ceylon-Zimt – wo liegt der Unterschied?
Auf dem Markt zwei Arten von Zimt mit unterschiedlich hohem Cumarin-Gehalt: Ceylon-Zimt enthält nur geringe Spuren von Cumarin, während Cassia-Zimt bis zu 0,3 Prozent enthält. Ceylon-Zimt entstammt den echten Zimtbäumen (Cinnamomum zeylanicum) aus Sri Lanka und hat ein sehr feines Aroma. Der billigere Cassia-Zimt (Cinnamomum aromaticum) wird in China oder auf Sumatra angebaut und hat ein schärferes Aroma.
Leider ist es heute üblich, in Fertigprodukten und Backmischungen den günstigeren Cassia-Zimt zu verwenden. Auch im Supermarkt-Gewürzregal ist meist nur diese Art von gemahlenem Zimt zu erhalten. Unterscheiden kann man die beiden Zimtarten nur als Stangen: Ceylon-Zimt besteht aus vielen dünnen Lagen und ähnelt optisch einer Zigarre. Cassia-Zimt hat eine dickere Schicht und die Zimtstange ist in der Mitte hohl.
Wie viele Zimtsterne sind unbedenklich?
Aufgrund des Cumaringehalts wird Schwangeren und Stillenden davon abgeraten, Zimt zu sich zu nehmen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät den Verbrauchern gerade in der Vorweihnachtszeit, nicht zu viele zimthaltige Lebensmittel zu verzehren. Die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge liegt bei 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht. Bei einer kurzzeitigen Überschreitung dieses Wertes, ist keine Gesundheitsgefährdung gegeben.
Doch was heißt das nun für die geliebten Zimtsterne? Kleinkinder sollten nicht mehr als drei Zimtsterne essen, bei Erwachsenen liegt der Tageshöchstverzehr bei etwa 8 Zimtsternen der Fall – aber nur, wenn kein zusätzlicher Zimt, z.B. in Milchreis, Lebkuchen oder Tee verzehrt wird.
Am besten für die Gesundheit ist es, selbst zu backen und sich in der Apotheke den hochwertigen, unbedenklichen Ceylon-Zimt in Arzneibuchqualität zu kaufen.
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